El Calafate

Der Ort El Calafate hat genau den gleichen Namen wie auch der Strauch, der blaue Beeren trägt. Aus diesen Beeren wird alles mögliche hergestellt: Likör, Marmelade und auch Eis. Das Eis haben wir natürlich probiert, es schmeckt fruchtig gut.

Aber die eigentliche Attraktion ist nicht der Strauch oder der Ort sondern der 80 km westlich gelegene Gletscher Perito Moreno. Man kann sich dem Gletscher ganz bequem auf Holzstegen annähern und steht dann vor der Gletscherzunge.

Perito Moreno mit Regenbogen

Die Höhe der Abbruchkante ist bis zu 70 Meter, die Breite bis zu 8 Kilometer. Die Sicht auf den Gletscher ist sehr weit, man muss sich die Ausmaße immer wieder bewusst machen.

Minimalste Breite des Gletschers begrenzt durch die Berge beträgt ganze 5 km!

Ist es morgens noch diesig mit Nieselregen und Regenbogen, wird es mittags sonnig und warm.

… und jetzt im Sonnenschein

Wir schauen auf die Eiswand, die vielen Risse die sich gebildet haben und hören es knacken und krachen und sehen einen Eisquader in den See Argentino fallen.

Es knackt und kracht…
… und die Flutwelle

Ushuaia

Endpunkt unserer kleinen Kreuzfahrt ist die argentinische Stadt Ushuaia. Diesmal ist der Grenzübertritt ganz einfach: die Besatzung der Ventus Australis kümmert sich um alles.

In Ushuaia haben wir ein kleines Zimmer in einem einfachen Hostel gebucht. Wir bleiben drei Nächte. Ushuaia nennt sich selbst die südlichste Stadt der Welt oder die Stadt am Ende der Welt. Ushuaia ist sicherlich nicht die südlichste Siedlung der Welt – es gibt noch südlichere Orte – aber wenn man von „Stadt“ spricht, dann stimmt es wohl. Ushuaia hat – im Gegensatz zu Punta Arenas in Chile – durchaus so etwas wie ein städtisches Flair, obwohl es weniger Einwohner hat.

Früher bestand Ushuaia wohl aus vielen, kleinen bunten Häusern, heute steht durchaus der eine oder andere Betonklotz dazwischen. Die Stadt macht aber immer noch einen urigen Eindruck, teilweise liegt das wohl auch an der Hanglage. Irgendwie geht es immer gerade bergauf. Aber auch viele der alten Häuser sind noch erhalten.

Alte und neue Häuser in Ushuaia

Ushuaia ist zudem der Startpunkt zur Antarktis. Viele der Touren starten hier.

An der Laguna Esmeralda

Wir besuchen das alte Gefängnis, Ushuaia war mal eine Strafkolonie. Außerdem unternehmen wir zwei Wanderungen: zur Laguna Esmeralda und zum nahen Parque Nacional Tierra del Fuego, dem Nationalpark an der Grenze zu Chile. Die patagonischen Wälder und die Bergkulissen sind beeindruckend!

Im Knast am Ende der Welt

Nach ein paar schönen Tagen geht es mit dem Bus zurück nach Chile. Mit der Fähre wird dabei ein letztes Mal die Magellanstraße überquert. Wieder zurück in Punta Arenas holen wir am nächsten Morgen unseren Mietwagen ab, mit dem wir bis nach Santiago de Chile fahren wollen.

Australis Kreuzfahrt

Es ist sicherlich ein Höhepunkt unserer Südamerika-Reise: die Reise mit der Ventus Australis von Punta Arenas in Chile nach Ushuaia in Argentinien. Das Schiff wurde von einer chilenischen Werft extra für dieses Seegebiet gebaut. Es ist erst zwei Jahre alt und hat nur ca. 3,6 Meter Tiefgang.

Eingecheckt wird um 18:00. Wir bekommen Kabine 214. Die Kabinen sind recht geräumig und haben ein schönes, großes Fenster.

Unsere Kabine

Das Schiff besitzt fünf Decks, drei davon für Kabinen. Wir sind nicht voll ausgebucht, es sind nur etwa 130 Passagiere an Bord statt normalerweise 200. Wir verbringen drei volle Tage an Bord plus den Abfahrtstag (abends) und den Tag der Ankunft (morgens).

Vor Anker in den patagonischen Fjorden

Wir fahren zunächst durch die Magellanstraße, dann kurz über den Pazifik in den Beagle-Kanal und schließlich nach Kap Horn.

Größenvergleich: Norwegian Star und Ventus Australis.

Pro Tag werden ein bis zwei Exkursionen unternommen. Dazu ankert die Ventus Australis und die Zodiacs (große, schnelle, stabile Schlauchboote) werden zu Wasser gelassen. Mit denen geht es dann an Land.

Im Zodiac vor dem Pia Gletscher

Die Exkursionen sind vielfältig: Gletscher, Pinguine, Patagonischer Urwald… Man bekommt viele Informationen zu den – praktisch ausgestorbenen – Ureinwohnern und zur Natur. Immer wieder trifft man auch auf Spuren von Charles Darwin und Captain Fitzroy, die hier vor knapp 200 Jahren die Gegend mit dem Forschungsschiff Beagle kartografiert haben. Die Karten waren übrigens so gut, dass sie mit leichten Korrekturen durch die chilenische Navy immer noch Verwendung finden.

Magellan Pinguin

Am dritten Tag geht es nach Kap Horn. Das Kap liegt auf einer relativ kleinen Insel. Angelandet wird nur bei gutem Wetter. Wir haben Glück: das Wetter ist gut genug! Wir machen einen kleinen Rundgang auf der Insel und treffen den Leuchtturmwärter und seine Frau.

Landung auf Kap Horn

Das Ehepaar hat drei Kinder und verbringt ein ganzes Jahr allein auf der Insel. Er kümmert sich um den Leuchtturm und den Schiffsverkehr, sie um den Nationalpark. Außer den Versorgungsschiffen kommen nur die Touristen von Australis vorbei.

Südlicher geht kaum…

Insgesamt: eine tolle Tour. Wenn mal zufällig einer von Euch in der Gegend sein sollte: sehr zu empfehlen!

Kapelle am Ende der Welt auf Kap Horn

Argentinien

Von San Pedro de Atacama geht es Richtung Osten über die Anden. Wir fahren über den Paso de Jama, den nördlichsten Übergang zwischen Chile und Argentinien. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert, es ist der einzige Andenpass weit und breit, der so gut ausgebaut ist.

Auf dem Altiplano: Salzsee auf über 4000 Höhenmetern

Der Grenzübertritt war einfacher als gedacht. Man bekommt einen Laufzettel und arbeitet sich durch die einzelnen Stationen. Hat man alle Stempel gesammelt, dann darf man weiterfahren. Wir haben nur 30 Minuten gebraucht, wir hatten mit 1,5 Stunden gerechnet. Wir hatten Glück, dass nicht viel los war.

Unterwegs geht es bis 4800 Meter hinauf. Es gibt viel Wüste zu sehen, aber auch die Wüste lebt: Vicuñas, Flamingos und ein Wüstenfuchs!

Wüstenfuchs an der Straße

Nach der argentinischen Grenze aber noch auf dem Altiplano – der Hochebene der Anden – durchquert man den großen Salzsee Salinas Grandes del Noroeste. Hier gibt es mehrere kleine Stopps für Touristen.

Auf den Salinas Grandes del Noroeste

In Argentinien wird es feuchter oder sagen wir besser weniger trocken. Beeindruckend sind die vielen Kandelaberkakteen. Die sehen aus wie aus dem wilden Westen, es ist allerdings nicht die gleiche Art.

Mann und Kaktus
Frau und Kaktus
Großer Kaktus

In Argentinien hatten wir eine kleine Rundtour geplant: Tilcara, Salta und Cachi. Dann über den südlichen Pass Paso Sico wieder nach Chile. In Argentinien ist die Strecke aber nicht geteert und es hatte geregnet. So fahren wir dann sicherheitshalber wieder über den Paso de Jama zurück mit einem Zwischenstopp in Susques.

Nun übernachten wir noch einmal in der Bergarbeiterstadt Calama und werden morgen mit Umsteigen in Santiago nach Punta Arenas fliegen. Dort wird es sehr viel kälter sein, brrrr…