Araukarien

Wohl nur wenige von Euch werden wissen, dass Elke und ich Araukarien-Fans sind. Araukarien sind alte Bäume, die schon vor Millionen von Jahren auf der Erde gewachsen sind, lange bevor es moderne Nadel- und Laubbäume gab. In Illustrationen zu Dinosauriern werden diese gerne in Araukarienwäldern dargestellt, von der Zeit her kommt das wohl hin. Seit wir diese Bäume das erste Mal in Australien gesehen haben, sind wir von diesen fasziniert! (siehe Bunya Mountains Nationalpark).

Araukarien im Nationalpark Conguillio

Auf der Nordhalbkugel gibt es schon lange keine natürlich wachsenden Araukarien mehr. Hier ist nicht der Mensch Schuld, sondern die Evolution. Araukarien wachsen sehr langsam, die modernen Bäume kommen schneller ans Licht. Auf der Südhemisphäre hingegen konnten sich Restbestände halten, in Australien, Südamerika und Neukaledonien. Da die Kontinente schon lange getrennt sind, haben sich die Arten ein wenig unterschiedlich weiter entwickelt. In Australien haben uns die Bunya Bunya fasziniert. In Südamerika gibt es zwei Arten: die Chiletanne und die brasilianische Araukarie. Die brasilianische Araukarie haben wir bereits als Zierbaum in den Parks im nördlichen Argentinien gesehen. Sie sieht der australischen Bunya Bunya recht ähnlich. In ihr natürliches Wachstumsgebiet konnten wir allerdings nicht vordringen.

Stamm einer 1000-jährigen Araukarie

Die Chiletanne wird in Chile einfach als Araukarie bezeichnet. Eine ganze Region ist danach benannt. Die Chiletanne kennt man auch in Deutschland, sie wird als exotischer Zierbaum in in Parks und Gärten gepflanzt. Allerdings kommt sie in Deutschland nicht so wirklich zur Wirkung, die Exemplare sind einfach zu jung. In ihrer natürlichen Umgebung verliert die Araukarie im Laufe der Jahre (Jahrhunderte!) ihre unteren Zweige und wächst mit einem sehr geraden Stamm weit in die Höhe. Aus der Ferne sieht das dann ein wenig wie Regenschirme aus, weshalb man die Araukarien hier auch Paraguas nennt. Unter diesen riesigen Schirmen zu stehen ist faszinierend, man fühlt sich wie in einem urzeitlichen Wald.

Lichter Araukarienwald

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Chiletanne liegt in Höhen ab ziemlich genau 1000 Metern Höhe. Viele der Restbestände werden durch Nationalparks geschützt. Wir starten mit den südlichsten Vorkommen im Nationalpark Villarrica. Danach geht es in die Parks Huerquehue, Conguillio, Tolhuaca und Nahuelbuta. Insgesamt verbringen wir über 10 Tage mit der Araukarienjagd und sind sehr erfolgreich. Den Abschluss soll der Nationalpark Laguna de Laja bilden. Hier gibt des den imposanten Vulkan Antuco und riesige Lavafelder. Die karge Landschaft ist ein scharfer Kontrast zu den dichten Wäldern, die wir in den letzten Wochen durchwandert haben. Allerdings finden wir hier keine Araukarien 🙁

Älteres Exemplar am Straßenrand

So langsam müssen wir nun weiter Richtung Santiago fahren. Wir wollen dort am 17.3. das Auto abgeben.

5 Gedanken zu „Araukarien

  1. Ihr Lieben, vor lauter Sonderereignissen und Begebenheiten bin ich lange nicht auf Eure Seite gekommen, aber jetzt. Bald kommt Ihr ja schon wieder!
    Ihr seht da wirklich interessante Sachen, also diese Bäume sind richtig toll!

    Aber geht es Euch gesundheitlich gut? Ist die Reise sehr anstrengend? Habt Ihr genug Zeit für Pausen? Sind alle Leute freundlich zu Euch? Schmeckt das Essen? Oder müsst Ihr jetzt von diesen Kernen leben? Hoffentlich habt Ihr genug Klopapier? (Achtung: Witz!)
    Ganz liebe Grüße von Ingrid und Hans-Heinrich.

    • Liebe Ingrid und Hans-Heinrich,
      Ja, die „Kerne“ sind nicht schlecht, bislang haben wir sie nur roh genascht, aber wir haben von einem Koch erzählt bekommen wie man sie kochen soll. Es gibt aber auch Lebensmittel zu kaufen. Uns geht es gut, wir sind sehr erholt. Die Leute sind sehr nett und freundlich, auch zu Scherzen aufgelegt.
      … und Toilettenpapier haben wir immer dabei, da es nicht üblich ist dies auf öffentlichen Toiletten, Campingplätzen oder manchmal auch nicht in den Cabañas (Ferienwohnung) zu finden.
      Elke

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